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... Reisen mit dem Wohnwagen

2011 - Rundreise durch Südschweden

Tag 6

Heute morgen rief ständig das Kopfkissen:”So bleibt doch liegen und schlaft noch ein wenig”. Aber um 7:30 Uhr schwingten wir uns dann doch aus den Federn. Schließlich wollten wir noch etwas haben von dem Tag. Die Fahrt zum Lovsjöbadens Camping war nicht weit. Um 9:45 Uhr machten wir uns auf den Weg,- und bereits
um 10:30 Uhr erreichten wir unser Ziel. Auch dieser Platz liegt in der Nähe der Autobahn.
Diese war jedoch nicht zu hören.

 

Der Platz liegt wunderschön am Lovsjön-See. Die Stellplätze sind sehr groß und eben angeordnet. Wir ergatterten den letzten Platz direkt am Wasser. Schnell hatten wir "Isolde" auf ihren Platz abgestellt und versorgt.

Anschließend machten wir uns auf den Weg um zwei Museen zu besuchen. Als erstes besuchten wir das Industriemuseum in Norrahammar. Zum einen wird die Geschichte der Eisengewinnung in der Region erzählt,- und zum anderen wird alles gezeigt was jemals in der Fabrik hergestellt wurde. Im Anschluss fuhren wir weiter in das einzige Streichholzmuseum der Welt nach Jönköping. In der Originalfabrik von damals wird gezeigt, wie damals Streichhölzer hergestellt wurden. In den Anfängen reine Knochenarbeit, bis hin zum frühen Tod durch die Verwendung von Phosphor.

Zum Abschluss besuchten wir noch die kleine Strandpromenade in Jönköping. Zumindest war es auf der Stadtkarte als solche bezeichnet. Wer aber jetzt eine Promenade wie sie sich zum Beispiel an der Ostsee befinden erwartet, wird enttäuscht. Es ist lediglich ein kleiner Parkplatz an einer Tauchbasis und ein winziger Strand. Es mag sicherlich schönere Ecken geben am Vättern-See. Schließlich ist der See ca. 120km lang und bis zu 14km breit. Und wir haben nur diese eine Stelle gesehen. Wir werden ihn bestimmt wieder besuchen.

Tag 7

In der Nacht hatte es heftig geregnet. 24 Liter pro Quadratmeter, wie ich am Morgen beim Brötchen holen erfahren konnte. Der Himmel war immer noch sehr zugezogen, aber es regnete in der Zwischenzeit nicht mehr.
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Eksjö. Eksjö ist eine der besterhaltenen Holzstädte in Schweden.

 

 

Die Stadt konnte durch Einsicht und Vorbedacht der Abrisswelle entgehen, die nach dem zweiten Weltkrieg über Schweden hinweg rollte. 1977 erhielt die Altstadt das Europa Nostra Diplom für gute Gebäude und Kulturmilieupflege

 

Als wir durch die alten Gassen schlenderten, in denen übrigens Autoverkehr verboten ist, kam die Sonne zum Vorschein. In jedem Winkel gab es etwas anders zu entdecken, ein Hinterhof schöner als der andere. Eine wirklich sehenswerte Altstadt.

Nicht weit von Eksjö befindet sich Skurugata, eine von Trollen geschlagene Schlucht. Skurugata gilt als eines der merkwürdigsten Naturphänomene in Südschweden. Tatsächlich sind sich die Wissenschaftler bis heute nicht ganz einig, wie die Schlucht entstanden ist.
Skurugata ist eine 800 Meter lange,- und bis zu 24 Meter breite Bergspalte. Die engste Stelle ist gerade mal 7 Meter breit. Möchte man von oben nach unten laufen, geht es 35 Meter in die Tiefe. Spalten dieser Art gibt es einige im südlichen Småland, doch Skurugata ist die größte.

 

Der Aussichtspunkt Skuruhatt ist mit 337 Meter ü.M. einer der höchsten Punkte in Småland. Vom Gipfel aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die Landschaft und den Ort Eksjö. Vom Parkplatz aus erreicht man den Gipfel auf einem sehr breiten angelegten Weg.

 

 

Das Eingangsschild zur Schlucht.
Urig wie alles hier.

 

 

Gutes Schuhwerk vorausgesetzt, macht es richtig Spaß diese Schlucht zu entdecken. Unbedingt ist auch an robuste und warme Kleidung zu denken. Denn auch im Sommer kann zwischen Skurugata und Skuruhatt ein Temperaturunterschied
von bis zu 20° C herrschen!

Der Himmel war in der Zwischenzeit wieder vollständig aufgerissen,- und die Sonne hatte längst wieder Oberhand. Noch lange saßen wir an diesem Abend draußen an “unserem” See. Ein letztes Mal für diesen Urlaub, denn Morgen wollten wir weiter in Richtung Vimmerby fahren.
Auch diesen Platz fanden wir sehr schön. Er ist für einen kurzen,- wie für einen längeren Aufenthalt gut geeignet.

Tag 8

In der Nacht hatte es wieder geregnet,- und am Morgen hörte es wieder auf. Das kam uns bekannt vor.
Nach dem Frühstück erledigten wir die letzten Arbeiten vor der weiteren Reise. Um 9:30 fuhren wir ab. Bereits um 12:20 Uhr erreichten wir unser Ziel den Vimmerby Camping in Vimmerby. Doch irgendwie sagte uns der Platz nicht zu. Die Platzleitung tat ihr übriges dazu. Sowohl auf der Internetseite als auch auf dem Campingplatz selbst, wurde auf eine durchgehende Öffnungszeit von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr hingewiesen.
Doch uns wurde mitgeteilt, dass ein Check-In erst ab 13:00 Uhr geht. Zuvor finden ausschließlich Check-Outs statt. Das verstehe wer will, wir nicht. Kurzerhand wurde das Gespann umgedreht. Wir machten uns zurück auf den kurzen Weg nach Mariannelund zum Spilhammars Camping.
Dort war ein wechselseitiges Ein,- bzw. Auschecken kein Problem.

 

Uns wurden mehrere Plätze zur Auswahl gezeigt. Wir entschlossen uns für einen, von dem man von oben auf den See schauen konnte. Schnell hatten wir alles wieder aufgebaut.

Vimmerby und Astrid Lindgren kann man nicht trennen. Überhaupt trifft man in Småland immer irgend wo auf Astrid Lindgren.
Und so nahmen wir uns für den Nachmittag noch zwei kleinere Ziele vor, die einen direkt wieder zurück versetzen in die eigene Kindheit.

 

Als erstes besuchten wir Bullerbyn. Wer kennt es nicht. Astrid Lindgren hat insgesamt drei Bücher der Reihe "Wir Kinder aus Bullerbyn" geschrieben. Und hier steht alles noch so, als wenn man gerade erst den Film gesehen hätte. Bullerbyn liegt in Sevedstorp bei Pelarne, ca. 15 km von Vimmerby entfernt. Heute gibt es in Bullerbyn ein Café, einen Kaufmannsladen,- und ein Geschäft für Kinderkleidung.

Anschließend fuhren wir zum Katthult-Hof. Man fährt einfach die Landstraße 40 in Richtung Jönköping,- und folgt den Schildern Katthult. Kaum hat man den Hof betreten, werden Erinnerungen war. Aus jeder Ecke scheint es “Miiiiiicheeel” zu rufen. Alles kann man besichtigen, den Schuppen, die Toilette,- in der Michel seinen Vater eingesperrt hat und natürlich auch das Haus vom Knecht Alfred. Nur das eigentliche Wohnhaus ist für Besucher nicht offen. Es ist bewohnt. Aber der Fahnenmast, an dem Michel seine Schwester hochgezogen hat, steht noch genauso vor dem Haus wie damals. Und natürlich dürfen auch Michel seine geschnitzten Figuren im Schuppen nicht fehlen.
Tipp: Im Souveniershop kann man für 69 SEK eine “echte” Michelmütze kauen.

Tag 9

 

Heute war der große Astrid Lindgren Tag. Als erstes besuchten wir die Astrid Lindgren Welt. Eher ein Park für Familien mit Kinder, denn diese kommen hier voll auf ihre Kosten. Doch auch wir wollten uns einmal den Park ansehen. Die Wirklichkeit ist hier genau so dargestellt wie in den Büchern. Wenn man durch den Park spaziert, kommt man an so bekannten Orten wie dem Kirsch,- und Heckenrosental vorbei. Ein Stück weiter steht man plötzlich in einer ganz anderen Welt, der Mattisburg. Noch ein Stück weiter,- und schon steht man in der Villa Kunterbunt. Nicht zu vergessen, Karlsons Dach und Katthult.

Und manchmal will man es nicht glauben,...
(Klicke auf das Bild, die Kinder sind echt...)

 

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Astrid Lindgrens NÄS. Dort ist das Geburtshaus von Astrid,- und das spätere Wohnhaus von ihr zu sehen. NÄS ist der Begriff für den damals größten Hof der Gegend mit allen seinen Stallungen und Gebäuden.

 

 

Auch zu sehen ist der “Limonadenbaum” in dem Astrid sich als Kind viel aufgehalten hat,- und der auch in ihren Büchern vorkommt. Und wenn du einmal dort bist, gehe mal nahe an den Baum heran und betrachte sein Auge.
Er beobachtet dich...

Tag 10

Heute war die Kleva Gruva in Holsbybrunn unser Ziel. Holsbybrunn liegt in der Nähe von Vetlanda. Die Kleva Gruva (Gruva = Grube) gilt als eine der schönsten Besichtigungsbergwerke in Schweden. Ihre Geschichte begann bereits Ende des 17. Jahrhunderts. Das Schacht und Stollensystem hat eine Länge von ca. 6km. Ca. die Hälfte davon liegt unter Wasser.

 

 

Die Grube liegt mitten in der småländischen Waldlandschaft. Man fährt einige Kilometer durch den Wald, bevor man die Grube erreicht.

 

 

Ein absolutes Muß ist warme Kleidung und gutes Schuhwerk. Einen Helm und eine Taschenlampe bekommt jeder am Eingang ausgehändigt. Wer möchte bekommt auch noch einen Audio-Guide dazu.

Bereits am Eingang weht einem ein kalter Wind ins Gesicht. Und nicht weit vom Stolleneingang entfernt bestätigt ein Thermometer den ersten Eindruck. Es herrschen 2° C in den Gängen und es ist ein wenig feucht. Alles ist ein bisschen spärlich beleuchtet, gerade so das man noch alles erkennen kann. Lediglich die Seitengänge sind vollkommen unbeleuchtet. Hier hilft die Taschenlampe.

Verlaufen kann man sich nicht. Alle Gänge sind als Sackgassen ausgebildet. Ab und zu muß der Kopf eingezogen werden. Ein leichter Schlag gegen den Helm verrät, dass es wohl noch ein wenig tiefer hätte sein müssen. Es ist für uns heute unvorstellbar, wie die Bergleute damals gearbeitet haben. Der Audio-Guide verrät uns, das die Lebenserwartung eines Bergmannes ca. 10 Jahre kürzer war, als bei der Restbevölkerung.

 

 

 

Wir haben uns ca. 2 Stunden in der Grube aufgehalten. Am Ende führt eine steile Treppe mit 151 Stufen wieder zurück ans Tageslicht. Wer das nicht möchte kann auch wieder zurück zum Eingang laufen,- und diesen als Ausgang benutzen.

Den Rest des Tages verbrachten wir auf dem Campingplatz. Es war ein herrlicher Tag heute. Die Sonne schien den ganzen Tag vom Himmel. Morgen werden wir Småland verlassen. Die Insel Öland ist unser Ziel.
Dort soll es viel zu entdecken geben.


Heute ist der

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Ein paar schöne Momente

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Nimm dir Zeit zu träumen -
sie bewegt dein Gefährt zu einem Stern.

Nimm dir Zeit, dich umzusehen -
der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit zu lachen -
das ist die Musik der Seele.

(Irischer Segenswunsch)

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