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... Reisen mit dem Wohnwagen

Tag 7

Heute war wieder ein Reisetag. Wir wollten Jokkmokk erreichen,- unser eigentliches Reiseziel für diesen Urlaub. Die große Baustelle haben wir ja nun hinter uns gelassen,- und hoffen sehr, dass auch keine mehr kommt. In der Nacht war es wieder sehr kühl gewesen. Zwischen 6 und 8° C war es gewesen. Nachdem Frühstück machten wir uns startklar. „Kraja“ kam an ihren Haken,- und langsam verließen die den Vojmåns Husvagns Camping. Die ganze Strecke bis hier oben haben wir keinen einzigen Elch gesehen.

Aber kurz vor Lomselenäs stießen wir dann auf die ersten Rentiere. Einzelne Tiere, aber auch kleine Gruppen überquerten die E45, oder grasten am Straßenrand. Die Landschaft wurde immer karger.

Und dann kam für mich das schönste Erlebnis in der Natur was ich bisher hatte.

Alles begann mit einem „Kannst du mal gleich irgendwo anhalten?“ „Ich müsste mal auf die Toilette“. Kein Problem, schließlich haben wir alles an Bord. Ich brauchte auch gar nicht lange weiter zu fahren,- und es kam eine kleine Parkeinbuchtung, wie sie häufig hier zu sehen ist. Ich machte den Volvo aus und öffnete die Wagentür. Eine mir bis daher unbekannte Stille kam mir entgegen. Ich erinnerte mich an den Schweden, der mir vor Jahren schon erzählt hatte, dass es Gegenden in Schweden gibt, in denen man "vor Stille erschlagen“ werden kann.

Da stand ich nun vollkommen alleine, mitten in der Weite von Lappland. Erst ein sehr aufgeregtes Vogelgezwitscher ließ mich wieder wach werden. Direkt neben mir, unten auf dem Boden, stand ein kleiner junger Vogel der noch dringend seine Mutter benötigte. Die stand auf der anderen Seite der Straße und rief lautstark noch ihrem Jungen. Doch dieses blieb weiterhin neben mir stehen, sah zu mir hinauf, und zwitschert  aus vollem Hals. Es machte überhaupt keine Anstalten auf seine Mutter zu hören und die Straße zu wechseln. So ein "Tier“ wie mich hatte der kleine aufgeregte Vogel wohl in seinem kurzen Leben noch nie gesehen. Da er sich durch seine Mutter nicht bewegen ließ die Straßenseite zu wechseln, ging ich ein paar Schritte in Richtung Mutter. Und siehe da, auch der Kleine machte sich auf, die Straßenseite zu wechseln. Mutter und Kind waren wieder vereint und konnten ihre Reise fortsetzen.

Leider gibt es keine Fotos von diesem Erlebnis. Wäre ich zurück zum Auto gegangen, um den Fotoapparat zu holen, hätte ich die Situation zerstört.

Nach kurzer Rast setzten auch wir unsere Reise fort. Und um 15:25 Uhr war es dann soweit. Wir hatten den nördlichen Polarkreis erreicht. Nach kurzer Pause fuhren wir weiter.

 

Unser Ziel war der Skabram Camping, kurz hinter Jokkmokk. Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir den Platz. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir suchten uns einen Platz in der Nähe des Waschhauses aus. Die Sonne strahlte von einem blauen Himmel.

Tag 8

Nachts um 3:00 Uhr war es Taghell draußen. Selbst die Sonne hatte es nicht geschafft hinterm Horizont zu verschwinden. Eine tolle neue Erfahrung. Nach dem Frühstück führen wir nach Jokkmokk. Wir wollten die Stadt,- aber vor allem das Ájtte Museum besuchen. Ájtte, ist DAS Schwedische Fjäll- und Samenmuseum, ein Tor zur Bergwelt, zu Laponia und zu der samischen Kultur. Es wird erzählt von Sápmi, dem Land der Samen und seinem Volk. Eine Geschichte vom Leben und Überleben in einer rauen Landschaft aus Mooren, Wäldern und dem Fjäll. Ein tolles Museum das einen Besuch auf jeden Fall wert ist.

Anschließend sind wir zum Aussichtspunkt Storknabben gefahren. Am östlichen Ende von Jokkmokk führt eine kleine Straße ca. zwei Kilometer durch den Wald bis zum Gipfel des Storknabben. Ganz oben war ein kleines Café, das aber leider geschlossen hatte.  Hier oben ist ein idealer Aussichtspunkt, von dem aus man von Anfang Juni bis Anfang Juli die Mitternachtssonne bewundern kann. Es ist dort von Mai bis Juli die ganze Nacht über hell. Im Winter soll man hier auch das Nordlicht gut sehen können.

Nachdem wir uns eine ganze Zeit auf dem Gipfel aufgehalten hatten, fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen. Es war ein idealer Abend zum Grillen in der in der abendlichen Polarsonne.


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Nimm dir Zeit zu träumen -
sie bewegt dein Gefährt zu einem Stern.

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Nimm dir Zeit zu lachen -
das ist die Musik der Seele.

(Irischer Segenswunsch)

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