Menü
... Reisen mit dem Wohnwagen

2015 - Reise zum schwedischen Polarkreis

Tag 6

In der Nacht war es kalt gewesen. Zumindest für eine Juninacht. Gerade einmal 6° C waren es gewesen. Aber wir sind ja auch in Lappland. Der Himmel war wechselhaft. Mal Sonne, mal Wolken. Um 9:55 setzten wir unsere Reise fort. Fast die ganze Fahrt hatten wir Regen. Aber in den Abschnitten in denen der Himmel aufriss, konnten wir in der Ferne Schneebedeckte Berge sehen. Ein tolles Bild.

 

Leider stoppte eine der großen Straßenbaustellen unseren Drang vorwärts zu kommen. Viel mehr als Schrittgeschwindigkeit ist oft nicht möglich. Und solche Baustellen sind gerne mal 30 bis 40 Kilometer lang.

 

Doch dann hatten wir am Nachmittag endlich Vojmåns Husvagns Camping erreicht. Zu meinem Erstaunen konnte ich nur mit Bargeld bezahlen, und das auch noch passend. Gewechselt werden konnte (angeblich) nicht. „Kraja“ bekam einen Platz direkt am Fluss. Abends fing es wieder an zu regnen.

Tag 7

Heute war wieder ein Reisetag. Wir wollten Jokkmokk erreichen,- unser eigentliches Reiseziel für diesen Urlaub. Die große Baustelle haben wir ja nun hinter uns gelassen,- und hoffen sehr, dass auch keine mehr kommt. In der Nacht war es wieder sehr kühl gewesen. Zwischen 6 und 8° C war es gewesen. Nachdem Frühstück machten wir uns startklar. „Kraja“ kam an ihren Haken,- und langsam verließen die den Vojmåns Husvagns Camping. Die ganze Strecke bis hier oben haben wir keinen einzigen Elch gesehen.

Aber kurz vor Lomselenäs stießen wir dann aber dafür auf die ersten Rentiere. Einzelne Tiere, aber auch kleine Gruppen überquerten die E45, oder grasten am Straßenrand. Die Landschaft wurde immer karger.

Und dann kam für mich das schönste Erlebnis in der Natur was ich bisher hatte.

Alles begann mit einem „Kannst du mal gleich irgendwo anhalten?“ „Ich müsste mal auf die Toilette“. Kein Problem, schließlich haben wir alles an Bord. Ich brauchte auch gar nicht lange weiter zu fahren,- und es kam eine kleine Parkeinbuchtung, wie sie häufig hier zu sehen ist. Ich machte den Volvo aus und öffnete die Wagentür. Eine mir bis daher unbekannte Stille kam mir entgegen. Ich erinnerte mich an den Schweden, der mir vor Jahren schon erzählt hatte, dass es Gegenden in Schweden gibt, in denen man "vor Stille erschlagen“ werden kann.

Da stand ich nun vollkommen alleine, mitten in der Weite von Lappland. Erst ein sehr aufgeregtes Vogelgezwitscher ließ mich wieder wach werden. Direkt neben mir, unten auf dem Boden, stand ein kleiner junger Vogel der noch dringend seine Mutter benötigte. Die stand auf der anderen Seite der Straße und rief lautstark noch ihrem Jungen. Doch dieses blieb weiterhin neben mir stehen, sah zu mir hinauf, und zwitschert  aus vollem Hals. Es machte überhaupt keine Anstalten auf seine Mutter zu hören und die Straße zu wechseln. So ein "Tier“ wie mich hatte der kleine aufgeregte Vogel wohl in seinem kurzen Leben noch nie gesehen. Da er sich durch seine Mutter nicht bewegen ließ die Straßenseite zu wechseln, ging ich ein paar Schritte in Richtung Mutter. Und siehe da, auch der Kleine machte sich auf, die Straßenseite zu wechseln. Mutter und Kind waren wieder vereint und konnten ihre Reise fortsetzen.

Leider gibt es keine Fotos von diesem Erlebnis. Wäre ich zurück zum Auto gegangen, um den Fotoapparat zu holen, hätte ich die Situation zerstört.

Nach kurzer Rast setzten auch wir unsere Reise fort. Und um 15:25 Uhr war es dann soweit. Wir hatten den nördlichen Polarkreis erreicht. Nach kurzer Pause fuhren wir weiter.

 

Das heutige Ziel war der Skabram Camping, kurz hinter Jokkmokk. Kurz nach 16:00 Uhr erreichten wir den Platz. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Wir suchten uns einen Platz in der Nähe des Waschhauses aus. Die Sonne strahlte von einem blauen Himmel.

Tag 8

Nachts um 3:00 Uhr war es Taghell draußen. Selbst die Sonne hatte es nicht geschafft hinterm Horizont zu verschwinden. Eine tolle neue Erfahrung. Nach dem Frühstück führen wir nach Jokkmokk. Wir wollten die Stadt,- aber vor allem das Ájtte Museum besuchen. Ájtte, ist DAS Schwedische Fjäll- und Samenmuseum, ein Tor zur Bergwelt, zu Laponia und zu der samischen Kultur. Es wird erzählt von Sápmi, dem Land der Samen und seinem Volk. Eine Geschichte vom Leben und Überleben in einer rauen Landschaft aus Mooren, Wäldern und dem Fjäll. Ein tolles Museum das einen Besuch auf jeden Fall wert ist.

Anschließend sind wir zum Aussichtspunkt Storknabben gefahren. Am östlichen Ende von Jokkmokk führt eine kleine Straße ca. zwei Kilometer durch den Wald bis zum Gipfel des Storknabben. Ganz oben war ein kleines Café, das aber leider geschlossen hatte.  Hier oben ist ein idealer Aussichtspunkt, von dem aus man von Anfang Juni bis Anfang Juli die Mitternachtssonne bewundern kann. Es ist dort von Mai bis Juli die ganze Nacht über hell. Im Winter soll man hier auch das Nordlicht gut sehen können.

Nachdem wir uns eine ganze Zeit auf dem Gipfel aufgehalten hatten, fuhren wir wieder zurück zum Wohnwagen. Es war ein idealer Abend zum Grillen in der in der abendlichen Polarsonne.

Tag 9

 

Heute Morgen haben wir so richtig schön ausgeschlafen. Die Sonne schien durch die offene Dachlucke von einem herrlich blauen Himmel, direkt auf die Bettdecken. Zudem war es schon schön warm draußen. Also nichts wie raus aus den Federn. Nach dem Frühstück fuhren wir wieder nach Jokkmokk.

 

 

Unser Ziel war das Kulturhuset, in der Gamla Apotheken (Kulturhaus in der alten Apotheke). Allerlei Handgemachtes war hier zu sehen. Von Kunsthandwerk, über Kunstnäherei, bis hin zum Kunstschmuck,- alles war dabei.

 

Anschließend haben wir noch die zwei Kirchen in Jokkmokk besucht. Die „Neue Kirche“, im neugotischen Stil wurde im September 1889 eingeweiht. Der schöne weiß gestrichene Sakralbau steht umgeben von Birken gleich gegenüber vom Ájtte-Museum.

 

Die „Alte Kirche“ war ursprünglich aus dem Jahre 1753, brannte aber 1972 vollständig nieder,- und wurde 1976 nach ihrer Rekonstruktion wieder eingeweiht. Die äußere Gestaltung ist heute genau wie früher. Die Farben im Inneren der Kirche blau, rot und gelb entsprechen den Farben der samischen Tracht in Jokkmokk. Für mich sehr interessant, die an manchen Stellen zu lesende Erklärung für den um die Kirche, innen überbauten Zaun. Es war ganz einfach geschaffener Raum für die Lagerung der Toten im Winter, bis nach dem Tauwetter wieder Gräber ausgehoben werden konnten.

 

 

In unmittelbarer Nähe von unserm Campingplatz befindet das das JOKKMOKKGUIDERNA eine Husky Farm mit tollen Aktivitäten im Winter. Diese Farm wollten wir auf dem Rückweg  zum Campingplatz besuchen. Freundlich wurden wir von der Besitzerin empfangen. Ihr Mann war leider nicht anwesend. Zuerst hat sie gar nicht verstanden, was wir mit dem Besuch bezweckten. Schließlich hatten wir Sommer,- und alles ist damit beschäftigt für den Winter alles wieder in Ordnung zu bringen. Wir erzählten ihr, dass wir uns einfach nur einmal so eine Farm ansehen wollten. Daraufhin führte sie uns zu den Zwingern. Und was wir dort zu sehen bekamen, war schon sehr toll. 49 Huskys, die meisten 9 Monate alt, wuselten durch die Anlage. Hinzu kamen noch diverse  Border-Collies. Alles wurde uns bereitwillig erklärt. Von der Pflege und Reparatur der Schlitten, bis hin zum Verhalten der Hunde,- es war alles sehr interessant.

Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns von der Besitzerin und ihren Hunden,- und fuhren, mit einem tollen Erlebnis reicher, wieder weiter zum Campingplatz. Morgen mussten wir schon leider wieder mit unseren Rückweg beginnen. Und so genossen wir die restliche Zeit in Schwedisch Lappland, kurz hinter dem nördlichen Polarkreis.

Tag 10

In der vergangen Nacht waren es 7° C gewesen. Dazu schien die Sonne flach über dem Horizont. Bilder, die man so schnell nicht vergisst. Nach dem Frühstück machten wir uns Reisefertig. Um 10:00 Uhr hing „Kraja“ an ihrem Haken. Bevor wir endgültig wieder auf die E45 fuhren, besuchten wir noch das nahe gelegene Sápmi Ren & Vilt AB. Hier konnte man, durch Werksverkauf, allerlei Leckereien erwerben. Wir hatten es auf das angebotene Rentierfleisch abgesehen. Kurze Zeit später setzten wir die Reise fort, und überquerten um 10:45 Uhr erneut den Polarkreis.

 

Ohne Zwischenfälle erreichten wir um 15:00 Uhr den Camping Gielas in der Nähe von Arvidsjaur. Ein relativ großer Platz mit allen möglichen Angeboten. Vielleicht auch nicht ganz zu verachten, ist die Waschmöglichkeit für Wohnwagen und Wohnmobil. Wir haben davon aber keinen Gebrauch gemacht.

 

Nachdem „Kraja“ versorgt war fuhren wir ins nahe gelegene Tourismusbüro,- und anschließend noch zu nächsten Supermarkt. Als wir dann wieder am Campingplatz angekommen waren, begrüßten uns ein paar Rentiere. Ein schönes Bild für den baldigen Abschied von Lappland. In der Nacht fing es leider an zu regnen.


Heute ist der

Nimm dir Zeit zu träumen -
sie bewegt dein Gefährt zu einem Stern.

Nimm dir Zeit, dich umzusehen -
der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit zu lachen -
das ist die Musik der Seele.

(Irischer Segenswunsch)

Gästebuch

Trage dich in mein Gästebuch ein,- ich freue mich.

Ein paar schöne Momente

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Mehr...

Über mich

 
Listinus Toplisten

klick mich

Suchen im Ruhrgebiet mit RUHRLINK